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Handwerk neu gedacht: Vier Menschen, vier Tage, zwei Tools – und ein #stammtisch voller Aha‑Momente

Schon beim Betreten der Werkstatt ist es sofort klar: uns kommt ein warmer Holzgeruch entgegen – wir befinden uns in einer Tischlerei. Rechts fällt der Blick aus dem Tor auf einen grünen Baum, links stapeln sich Bretter in allen Größen, dazwischen etwas Sägespäne.

Wir sind zu Gast in der Möbeltischlerei Auf Maß in Langenhagen. Club-Mitglied Julius und sein Chef Mario haben zum #stammtisch des MeisterMeisterinnenClubs eingeladen. Wir freuen uns sehr auf einen Abend, der zeigt, wie modern Handwerk heute sein kann.

Werkbank trifft Digitalisierung – ein Rundgang mit vielen Einblicken

Zwischen Holzstapeln, Paletten und dem typischen „Hier entsteht was“-Feeling erklären Julius und sein Chef Mario, was diese besondere Werkstatt ausmacht.

Der gesamte Ablauf – von der Anlieferung bis zum fertigen Möbelstück – läuft über zwei digitale Planungstools, die die Werkstatt strukturiert, transparent und effizient machen. 2022 wurde eine Planungs- und Gestaltungssoftware etabliert – 2024 eine digitale Handwerkersoftware. Hier gibt es keine Papierkarten mehr. Ein Mitglied bringt es spontan auf den Punkt:

Das ist gut zu wissen, wenn das gut funktioniert – ich überlege auch, ob wir eines der Tools in unserer Firma bald einsetzen

Gutes Maß für passgenaue Materialien

Die Tischlerei arbeitet mit präzisen digitalen Messsystemen, die Fehler nahezu ausschließen. Reklamationen sind selten geworden, besonderes Material wird gezielt eingesetzt, und die Abläufe wirken ruhig und durchdacht.

Besonders beeindruckend: das Stecksystem, das in der Fertigung eingesetzt wird. Es sorgt dafür, dass Bauteile – zum Beispiel Sockel – schnell, sauber und exakt arretierbar sind. Das spart Zeit, erhöht die Präzision und macht die Montage deutlich einfacher.

Vier Leute und eine 4‑Tage‑Woche, die wirklich funktioniert

Der Betrieb besteht aus nur vier Mitarbeitern, doch die Abläufe sind so gut organisiert, dass die 4‑Tage‑Woche problemlos umgesetzt wird und Kundenaufträge termingerecht erledigt sind.

Mario hat dieses 4 Tage-Modell im Jahr 2023 eingeführt. Sein Benefit: Der Freitag gehört ihm – für Fokusarbeit, Planung und strategische Aufgaben. Ohne Telefon, ohne Werkstattlärm, ohne Unterbrechungen.

Und auch im Team kommt das Modell gut an. Mario erzählt schmunzelnd von seinem Gesellen, der montags manchmal sagt:

Ich bin irgendwie etwas geschafft – ich habe mich am langen Wochenende zu sehr ausgeruht.

CNC‑Erlebnis: MMC-Mitglieder fräsen selbst

Ein besonderes Highlight des Abends ist die CNC‑Station. Unter Anleitung von Julius darf jedes MMC-Mitglied selbst Hand anlegen und Bierglas-Untersetzer mit dem Club‑Logo fräsen.

Die Begeisterung ist groß – nicht nur wegen des Andenkens, sondern auch, weil die Teilnehmenden erleben, wie präzise und flexibel moderne Tischlereitechnik heute arbeitet.

Pizza, Austausch und ein Slogan, der passt

Zum Abschluss geht es an einen großen „Stamm“-Tisch mitten in der Werkstatt. Es gibt ein Pizzabuffet – und auf den Kartons steht der Satz: „Iss nicht normal“.

Ein Motto, das perfekt zur 4‑Tage‑Woche und zur gesamten Philosophie des Betriebs passt: Dinge anders denken, mutig ausprobieren, besser machen.

Fazit

Der Abend zeigte eindrucksvoll, wie ein kleiner Handwerksbetrieb durch Digitalisierung, clevere Systeme und moderne Arbeitszeitmodelle eine enorme Wirkung erzielen kann. Neben vielen Impulsen bleibt die Erkenntnis, dass traditionelles Handwerk mit neuen Tools ein perfektes Duo ist.

Danke an Julius und Mario für die Einladung zu diesem inspirierenden Abend!